Matthias Hoch − Hotel Kobenzl. Die Geschichte eines Hauses

Ausstellung: 29. Juli − 24. September 2016

19.07.2016
Matthias Hoch. aus Hotel Kobenzl, Salzburg 2014-16. Archival Pigment Print, 42 x 63 cm © 2016 Matthias Hoch/ VG Bild-Kunst Bonn
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Matthias Hoch. aus Hotel Kobenzl, Salzburg 2014-16. Archival Pigment Print, 42 x 63 cm © 2016 Matthias Hoch/ VG Bild-Kunst Bonn
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Matthias Hoch. aus Hotel Kobenzl, Salzburg 2014-16. Archival Pigment Print, 42 x 63 cm © 2016 Matthias Hoch/ VG Bild-Kunst Bonn
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Matthias Hoch. aus Hotel Kobenzl, Salzburg 2014-16. Archival Pigment Print, 33 x 50 cm © 2016 Matthias Hoch/ VG Bild-Kunst Bonn
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Eröffnung: 28. Juli, 20:00
Ausstellungsdauer: 29. Juli − 24. September 2016


Das Salzburger Hotel Kobenzl, oberhalb der Stadt gelegen, ist als ehemaliges Luxushotel bekannt. Als Matthias Hoch zusammen mit dem Schriftsteller Andreas Maier das Kobenzl vor  zwei Jahren zum ersten Mal besucht, steht es schon seit acht Jahren leer. Die Zimmer sind in einem guten Zustand, nahezu unberührt und konserviert. Es ist wie eine Zeitreise. Die Pracht des einstigen Fünf-Sterne-Hauses hat etwas bekommen, was man charmant als Patina bezeichnen könnte. Allerdings handelt es sich nicht um ein Haus, sondern um ein Gebäudeensemble, bestehend aus dem ehemaligen Berggasthof und verschiedenen Anbauten der 1970er Jahre. Ein einziger Stilmix. Matthias Hoch interessiert die Geschichte des Hotels, die Spuren der Nutzung, die Frage, was damals als Luxus galt.

Durch die Einbeziehung von Archivmaterial kommt eine weitere Ebene hinzu, die Geschichte des Hauses wird lebendig. Wir sehen die Inhaberfamilie Herzog mit prominenten Gästen wie Richard Nixon, Margaret Thatcher, Herbert Grönemeyer. Die Kinder, die im Hotel aufwachsen, sind immer dabei.

Irgendwann jedoch bleiben die Berühmten weg, die Karawane zieht weiter. Die Zeit ist nicht spurlos am Hotel vorübergegangen: „Außer der Aussicht ist hier nichts mehr Luxus“ schreiben die Salzburger Nachrichten. Nach gescheiterten Verkaufsplänen sowie Versuchen als Vital- und Literaturhotel wird das Haus im Jahr 2006 geschlossen. Anfang 2015 kommt die überraschende Wende: Bund und Land suchen dringend Plätze für Asylsuchende, das Hotel wird zum Flüchtlingsverteilzentrum. Der ehemalige Werbeslogan „Die Welt zu Hause im Kobenzl“ erhält eine neue Bedeutung.

Das Abtasten und Sehen und Verstehen von Welt ist ein Hauptanliegen in Hochs Arbeit. Dabei steht die Geschichte des Salzburger Hotel Kobenzl exemplarisch für die gegenwärtigen Veränderungen in unserer Gesellschaft.

Parallel zeigt die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig die Ausstellung Matthias Hoch: Hotel Kobenzl. Projektion.
Im September 2016 erscheint eine Publikation in der FOTOHOF edition.

Matthias Hoch, *1958 in Radebeul, Deutschland, bildender Künstler und Fotograf, lebt und arbeitet in Leipzig.
www.matthiashoch.com

ein Projekt im Rahmen von    Salzburg 20!6