Beate Gütschow I/S

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14.07.2010
Beate Gütschow, I#2, 2009, Light box, 91 x 66 cm, © Beate Gütschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
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Beate Guetschow, I#5, 2009, Light box, 91 x 66 cm, © Beate Guetschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
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Beate Guetschow, S#31, 2009, Light jet print, 142 x 122 cm, © Beate Guetschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
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Beate Guetschow, I#1, 2009, Light box, 91 x 66 cm, © Beate Guetschow, VG Bild-Kunst, Bonn 2010
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Ausstellungseröffnung: Freitag, 30. Juli 2010, 19.00 Uhr

Dauer:  31. Juli– 18. September 2010

Einführung: Dr. Friedrich Tietjen, Kunsthistoriker

Beate Gütschow zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung in Österreich fotografische Arbeiten aus den beiden Serien „S“ (Stadtbilder) und „I“ (Inszenierte Innenräume).

Die Künstlerin hat sich schon sehr früh mit den Strategien der digitalen Bildkonstruktion beschäftigt (beginnend 1999 mit ihrer an der Malerei orientierten Landschaftsserie „L“), um so eine kontinuierliche Fragestellung zwischen medialer Wirklichkeit und fotografischer Ikonographie abzuhandeln.

Ihre an die Utopie der Moderne angelehnten Stadträume bestehen aus bis zu hundert digital zusammengefügten Einzelteilen, generiert aus dem umfangreichen, analogen Bildarchiv der Künstlerin. Diese schwarz/weißen Großformate erinnern, wenn auch befremdlich, an die Tradition der Dokumentarfotografie.

In ihrer neuesten Arbeit „I“ setzt sich Gütschow kritisch und spielerisch mit der Bildkultur der Werbefotografie auseinander, indem sie profane Gegenstände - eine Autobatterie, einen Gesundheitsstuhl, ein Overhead Projektor - in ihrem Studio zu einem surreal anmutenden Szenario arrangiert, die in pretiösen Leuchtkästen eine ästhetische Überhöhung finden.

Bei ihren neuen Arbeiten geht es Beate Gütschow um die Bedeutung, die den Dingen durch ihre Handhabung im Bild zuteil wird:  Sie sind merkwürdig ins Licht gerückt und werden durch die Inszenierung Träger von disparaten Assoziationen, die man – für sich genommen betrachtet – nicht auf den ersten Blick mit ihnen in Verbindung bringen würde. Die Inszenierung selbst ist in einigen Bildern deutlich sichtbar: So entpuppt sich ein schwarzer Hintergrund als eine gemalte Fläche, oberhalb derer ein Stück nackte weisse (Studio-) Wand zu sehen ist. Ebenso werden mit einem bestimmten Lebensgefühl und Zeitgeist ehemals in Verbindung stehende Gegenstände, die eben noch als Design-Ikonen und Identifikationsobjekte einer ganzen Generation galten, plötzlich als profane Gegenstände sichtbar. Während in der Food-Photography oft Attrappen von Lebensmitteln statt echtem Essen fotografiert werden, die die vermeintlichen Speisen auf dem Foto noch realistischer aussehen lassen sollen als das tatsächliche Vorbild der verzehrbaren Ware, verhält es sich mit den Arbeiten von Beate Gütschow genau andersherum: Das, was authentisch ist, (und übrigens auch Gebrauchsspuren aufweist), wird so sehr fotografisch präpariert, dass es nun merkwürdig künstlich wirkt. Friederike Schönhuth

Biografien:

Beate Gütschow, * 1970 in Mainz, 1993 - 2000 Hochschule für bildende Künste, Hamburg,1997 Statens Kunstakademi Oslo. 2009/10 realisierte sie eine große Werkschau in der Kunsthalle im Lipsiusbau in Dresden. Lebt und arbeitet in Berlin.

1993-2000: Hochschule für bildende Künste, Hamburg

1997:             Statens Kunstakademiet Oslo

Einzelausstellungen (Auswahl):

2010:             Produzentengalerie, Hamburg

                       Katz Contemporary, Zürich

2009:             Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden; Sonnabend Gallery, New York

2008:             Kunsthalle Nürnber, Nürnberg; Haus am Waldsee, Berlin

2007:             Museum for Contemporary Photography, Chicago; ArtSway, Hampshire, UK

2005:             Produzentengalerie, Hamburg

2004:             Galerie Barbara Gross, München¸Danziger Projects, New York

 

Dr. Friedrich Tietjen lehrt seit 2007 als Juniorprofessor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Bild- und Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Geschichte und Theorie der Fotografie.

2006 Dissertation Bilder einer Wissenschaft über die Geschichte der Kunstreproduktion an der Uni Trier bei Gerhard Wolf und Viktoria Schmidt-Linsenhoff. Studium in Hamburg, Trier und Wien.