Manfred Willmann − Blitz & Enzianblau und 2018/2017

Ausstellung: 29. März − 25 Mai 2019

19.03.2019
Manfred Willmann - o.T., 2005
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Manfred Willmann - o.T., 2005
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Presseinfo:
Manfred Willmann
Blitz & Enzianblau und 2018/2017

Eröffnung: 28. März 2019, 19 Uhr
Der Künstler ist anwesend
Ausstellungsdauer: 29. März − 25. Mai 2019

FOTOHOF / Inge-Morath-Platz 1-3 / 5020 Salzburg / Austria


Mit Manfred Willmanns Blitz & Enzianblau und 2018/2017 nimmt der FOTOHOF die beiden jüngsten Werkgruppen einer, für die österreichischen Fotografie zentralen und einzigartigen künstlerischen Position in den Blick. Ähnlich wie in seinen früheren Arbeiten (Schwarz und Gold, 1979–1981, Die Welt ist schön, 1981–1983 sowie Das Land, 1981–1993) handelt es sich bei diesen Serien um langfristige und auch in ihrem Umfang betont extensive Auseinandersetzungen des Künstlers mit seiner Herkunft und seinem gesellschaftlichen Umfeld. In diesem Zusammenhang zu erwähnen wären auch die Kontaktporträts, 1985–1986 die − mit einem analytischen, seriellen Ansatz − Personen seines "Milieus" gewidmet sind.

Die Werkgruppe Blitz & Enzianblau, die 2017 in der FOTOHOF edition als Buch erschienen ist, zeigt eine bereits im Jahr 2005 entstandene Bilderserie. Aus den fotografischen Arbeiten dieses Jahres hatte Manfred Willmann eine Auswahl von mehr als siebenhundert Abzügen herstellen lassen, diese aber erst nach etwa zehn Jahren erneut zur Hand genommen. Blitz & Enzianblau ist in 17 "Kapitel" geteilt, die chronologisch angeordnet, dem Verlauf eines Jahres folgen. Sie zeigen Motive, die für Manfred Willmanns Arbeit charakteristisch sind. Und doch sind die Landschaften, Pflanzen und Tiere, die Gegenstände des Alltags und die Porträts geprägt von einer, im Vergleich zu seinen früheren Arbeiten, ungewohnten Nähe zum jeweiligen Abbildungsgegenstand.

Blitz & Enzianblau versammelt Fotografien, die nicht nur die Oberfläche der Welt zeigen, sondern auch vom Medium der Fotografie selbst erzählen − von seinen ganz eigenen Möglichkeiten, der Welt in ihrer Schönheit, ihrer Hässlichkeit und ihrer Vergänglichkeit ikonische Präsenz zu verleihen. Wie Konkrete Poesie über die Sprache selbst spricht, legt Manfred Willmann die Textur des fotografischen Mediums frei. Seine Bilder handeln von Konstellationen, Stillleben und Augenblicken − oft schmerzhaft in ihrer existenziellen Tiefe, aber gänzlich frei von Sentimentalität.

Die ebenfalls gezeigte, jüngste Werkgruppe 2018/2017 bezieht sich in ihrem Titel auf die Jahre ihrer Entstehung. Manfred Willmann kehrt hier zum quadratischen Format seiner frühen Serien zurück. Im Vergleich zu Blitz & Enzianblau nimmt die Nähe zu den fotografierten Objekten − Blüten, Pflanzen, Früchte, Insekten und Lebensmittel − noch weiter zu. Der intensiven Beobachtung des Fotografen folgend wird die Aufmerksamkeit des Betrachters für kleinste Details eingefordert. Studien der Natur und des Alltags werden Aufnahmen von Zeitungsausschnitten, gedruckten Texten und Fernsehbildschirmen zur Seite gestellt, welche die Intimität der Arbeit durchbrechen und die Subjektivität des Blickes sowohl relativieren als auch steigern. Bildschärfe, die Materialität von Oberflächen und Strukturen unterstützen eine Bildsprache, die, wie der Künstler sagt, dazu geeignet ist, "die Dinge noch schöner [zu] zeigen und noch hässlicher vielleicht." ¹

Manfred Willmanns Weltbilder sind keine Verklärungen, sondern Ausdruck einer unprätentiösen Künstlerpersönlichkeit, die mit unnachgiebiger Konsequenz eines der beeindruckendsten fotografischen Werke aus und über Österreich geschaffen hat.

Manfred Willmann, *1952 in Graz; lebt und arbeitet in Graz und in der südlichen Weststeiermark. Als Leiter der Fotogalerie im Forum Stadtpark organisierte er ab 1975 ein internationales Ausstellungsprogramm, von 1979 bis 1996 in Zusammenarbeit mit Christine Frisinghelli jährliche Symposien über Fotografie. 1980 Gründer und bis 2010 Herausgeber der CAMERA AUSTRIA International. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotokünstler Europas. 1994 wurde Manfred Willmann von der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) mit dem Kulturpreis ausgezeichnet, 2009 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Fotografie. Seine Werke waren in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, unter anderem im Museum Folkwang, Essen, im Stedelijk Museum Amsterdam, in der Wiener Secession, und derzeit in der Albertina in Wien.

¹ siehe Manfred Willmann, Das Land. 1981-1993, Salzburg: FOTOHOF edition, Bd. 16, 2000, S. 142.

Presse-Vorbesichtigungen und Gesprächstermine mit dem Künstler sind nach Vereinbarung möglich. Kontaktieren Sie uns bitte per Telefon +43 662 849296 oder per Email an fotohof@fotohof.at, um einen Termin zu vereinbaren.