Werner Schnelle - Unikate. Analoge Fotoarbeiten

Ausstellung: 19. Jänner − 3. März 2018

09.01.2018
Werner Schnelle - „YO“ 2014 - Fotogramm 125×95 cm - Gelatin Silber - Unikat
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Werner Schnelle - Häuser, Autos, Wien, 2012
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Werner Schnelle - o.T., 2013
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Werner Schnelle 
Unikate. Analoge Fotoarbeiten
 
Eröffnung: Donnerstag, 18. Jänner 2018, 19 Uhr
Ausstellung: 19. Jänner - 3. März 2018
 
Der Salzburger Fotokünstler Werner Schnelle hat seine Arbeit der Reflexion des analogen fotografischen Prozesses gewidmet. Im Fokus seines Interesses stehen nicht die fotografierten Motive oder die fotografisch-dokumentarische Erkenntnis der Welt, sondern er untersucht in seinen Bildern vielmehr die Art und Weise, wie die fotografische Aufnahme und Aufzeichnung selbst vonstatten geht. Dazu gehören Bilder mit ganz unterschiedlichen Kameras wie Polaroid-Fotografie oder die Nutzung extrem großformatiger Studiokameras; oder auch fotografische Techniken, die ohne Kameras auskommen und deren Bilder nur durch Belichtung in der Dunkelkammer auf Fotopapier entstehen, wie Fotogramme und Chemigramme. Er experimentiert sogar mit Aufnahmeverfahren, die nur Fotopapier und Licht – ohne Verwendung von Fotochemikalien zur Bilderzeugung – nutzen. 
 
Allen Arbeiten, die in der Ausstellung des FOTOHOF gezeigt werden, ist gemeinsam, dass es Unikate in der engsten Bedeutung dieses Begriffs sind. Das heißt, keine zweite Aufnahme kann der ersten entsprechen. Damit stellt sich Werner Schnelles fotokünstlerische Arbeit gegen die vorherrschende Nutzung der Reproduktionsmöglichkeiten mit immer besseren Kameras und Inkjet-Druckern, die heute den Galeriebetrieb dominieren. 
 
Einen großen Teil der Ausstellung umfassen Negativ-Unikate. Bei diesen Bildern wird kein Film benutzt (der als Negativ dann weitere Positiv-Kopien ermöglicht), sondern das Fotopapier wird direkt in die Großbildkamera eingelegt und belichtet. Es entsteht ein großformatiges Negativ auf Papier, das ohne weitere Bearbeitung oder Kopiervorgänge in der Galerie ausgestellt wird. Wir sind als Betrachter unmittelbar mit der ersten Spur des Abbildes konfrontiert und können so auch die besondere ästhetische Qualität des Negativbildes erkennen. Die fotografierten Objekte und Landschaften treten uns in einer gänzlich verwandelten Formensprache entgegen – neue Strukturen werden erkennbar, die umgekehrte Lichtverteilung weist auf Elemente hin, die wir in der Normalsicht nicht beachtet hätten. Diese Negativ-Unikate thematisieren einen grundlegenden analogen fotografischen Vorgang, der in der digitalen Fotografie verschwunden ist. Damit hat Werner Schnelle einen weiteren Beitrag zur Analyse des fotografischen Blicks geleistet.
 
Werner Schnelle, *1942 in Wien, lebt in Salzburg. Zahlreiche Ausstellungen, u.a. 2009/10 Werkschau „Fotokonzepte“ im Museum der Moderne Salzburg. 2017 Übernahme von Arbeiten aus allen Werkgruppen in das FOTOHOF archiv. 2009 erschien der Bildband „Werner Schnelle, Fotografien“ mit Texten von Kurt Kaindl und Margit Zuckriegl. 
 
Zur Ausstellung erscheint ein Bildband in der FOTOHOF edition und am 2./3. März hält Werner Schnelle einen Workshop über analoge Fototechniken.