Reinhart Mlineritsch

Wie ein Fremder

USA last chance
Wie ein Fremder
Wie ein Fremder
USA last chance
wie ein Fremder

Der Salzburger Fotograf Reinhart Mlineritsch sieht die uns alle umgebende Natur wie mit fremden Augen.

77 Bilder
Bildformat in cm: 40X50
Rahmengröße in cm: 50X65
Kurator: Margit Zuckriegl und Kurt Kaindl

Mlineritsch begibt sich wie ein Fremder auf die Suche nach einfachen und skurrilen Dingen. Last chance, Pflanzen, Bodenschätze, Plastik, Versunken, Kreis und Architektur - das sind die Themen der Bilderserien, zu denen er seine "Fundstücke" reiht. Der Salzburger Fotograf Reinhart Mlineritsch sieht die uns alle umgebende Natur wie mit fremden Augen, stolpert über banale und unwesentliche Dinge, geht konstruktiven Strukturen in Architektur und Landwirtschaft nach. Seine fotografischen Bilder sind poetische Zeugnisse einer prosaischen Welt. Er entwickelt seinen Fotoessay in mehren Kapiteln und nähert sich damit gleichsam einer literarischen Erzählform an. Der gleichnamige Fotoband enthält Texte von Gerhard Amanshauser und Margit Zuckriegl.

 

Pressemeldungen: Wie ein Fremder

Quelle: Der Standard
Datum: 14.August 1999

Wie ein Fremder lässt der aus Niederösterreich gebürtige Fotograf Reinhart Mlineritsch seinen Blick auf Pflanzen, Architektur, Wasser und vom Bergbau gezeichnete Landschaft ruhen. Scharfe, großformatige Schwarzweiß-Fotos, eine wahre Augenweide in den Überfluten des Technicolor, zeigen Plastikfetzen im Wasser treibend, Kanalrohre, Autoreifen die aussehen wie das Auge eines subterranen Ungeheuers, und nichts davon ist aufgesetzt trostlos, sondern spannend... (Der Standard, 14.8.1999)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Datum: 21.August 1999

Der Blick aufs Äußere lässt das Innerste der Welt hervortreten Ein gutes Foto lässt an einen Bergwerks-stollen denken. Es öffnet dem Auge das In-nere unserer Welt, legt Schichten frei, die lange verborgen waren, und schürft nach Reichtümern, die sich niemand auf den ers-ten Blick erträumt hätte. So arbeitet der österreichische Fotograf Reinhard Mline-ritsch auf seinem Bild von den Raupenspu-ren im Sand der Insel lthaka. Die Kettenspuren sind als Ensemble von Gegensät-zen lesbar: Fragilität und Gewalt, Sandhau-fen und Hochgebirge, Licht und Schatten, Mensch und Natur. Das Bild ist Teil des Zy-klus „Bodenschätze“, der in einem der schönsten neueren Fotobände enthalten ist: „Wie ein Fremder“ versammelt mehr als siebzig Arbeiten Mlineritschs aus den Jahren 1992 bis 1998. Entstanden sind sie überwiegend im Salz-burger Land, bisweilen auch auf grie-chischen Inseln oder in Amerika. Doch Mlineritsch betreibt keine Reisefotografie. Sein Felsprofil aus der Kitzlochklamm ist eine nahezu abstrakte Form, deren teeri-ges Schwarz mit den gleißenden Lichtblit-zen auf wundervolle Weise im Buch repro-duziert worden ist. Gleiches gilt für die in Schärfe, Kontrast und Dreidimensionalität wie Rastermikroskopaufnahmen wirken-den Pflanzenfotografien. Die Kunst der Lichtinszenierung ist auf diesen Bildern zur Vollendung gebracht: Die unwirkliche Schönheit, die zerknüllte, verbrannte oder ausgespannte Plastikfolien in Mlineritschs Aufnahmen entwickeln, versöhnt mit der aseptisch-perfekten Kühle, die seinen Auf-nahmen aus Colorado anhaftet. Diese Mo-tive haben durch Ansel Adams bereits ei-nen so überzeugenden Dokumentaristen gefunden, dass man einen abermaligen Versuch, zudem in Schwarzweiß, nicht mehr als Gewinn empfindet. Doch in der unfassbar filigranen Eisschicht auf dem Wallersee, in den Schneewehen im Weißpriachtal, die Mlineritsch wie einen dünnen Morgennebel fotogra-fiert hat, oder dem Schattenraster über ei-ner Zufahrt in Oberalm entdeckt der Fotograf jeweils eine optische Bonanza. Diese Trouvaillen leben vor allem durch den Kontrast, den der Übergang von einer Struktur auf eine andere ergibt und Mlineritsch entdeckt sie mit solch sicherem Blick dass man nur staunen kann über diesen Bergmann der Fotografie der seine Objekte mit einer Delikatesse angeht, die eher an einen Archäologen denken lässt der unmittelbar an der Fundstelle nur noch mit feinsten Instrumenten arbeiten darf.
 
Reinhart Mlineritsch
Welt als Geheimnis

Quelle: Photo Technik International
Datum:

In handwerklich makellosen Studien nähert er sich dem Unberührten und Geformten, dem Statischen und dem Bewegten. Mal geht er dicht heran, mal zieht er die Totale vor. Dass die durchweg schwarzweißen Aufnahmen in dem Band nur vage einer thematischen Ordnung unterworfen wurden, zeigt: Hier geht es nicht um Inhalte, sondern um Formen, um Oberflächen und Strukturen. Und den Versuch, in einer Welt der permanenten Reize den stillen Dingen ein Geheimnis zu entlocken. (Photo Technik International, Nr. 6/99). 
 
Verfall mit Ausblick

Quelle: Die Welt
Datum: 21.August 1999

In unvergleichlicher Weise hat sich in letzter Zeit der ös-terreichische Fotograf Reinhart Mlineritsch hervorgetan als jemand, der nun wieder-um das Hässliche unserer Städte und Industrieregionen zu poetisieren vermag. In der nebenstehenden Aufnahme wird solchermaßen ein Betontunnel zur malerischen Ge-waltkulisse mit Ausblick. Wer mehr von Reinhart Mli-neritsch sehen will, ist gut be-raten, sich seinen soeben er-schienenen Bildband anzuschaffen. Verfall, nicht beschö-nigt; aber verschönt. 
 


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