Frauen in 3 Akten

Paz Errázuriz, Gluklya, Ditte Lyngkaer Pedersen, Maya Schweizer, Katarina Šoškić, Lilla Szász

 
Frauen in 3 Akten, Ausstellung FOTOHOF 2018
Lilla Szász, Comrades, 2010, Colour photograph, Courtesy of the artist and Inda Gallery, Budapest
Von 04.05.2018 bis 16.06.2018

Frauen in 3 Akten
Paz Errázuriz, Gluklya, Ditte Lyngkaer Pedersen, Maya Schweizer, Katarina Šoškić, Lilla Szász
kuratiert von Kati Simon

Eröffnung: Donnerstag, 3. Mai, 2018, 19.00 Uhr
zur Eröffnung spricht: Kati Simon
Ausstellung: 4. Mai – 16. Juni 2018


In einer Welt, die von Globalisierung und Migration geprägt ist und immer noch weitgehend von Männern dominiert wird, wo der Kampf um Macht und Einfluss zunehmend sozial benachteiligte Gemeinschaften diskriminiert, setzen sich die Autorinnen dieser Ausstellung mit von Marginalisierung bedrohten Gruppen der Gesellschaft auseinander. Sie beschäftigen sich mit Fragen über Zugehörigkeit, Verwundbarkeit und Identität und gehen berührenden Geschichten nach, um die Komplexität menschlicher Beziehungen zu erforschen. Mit Bezug auf Lilla Szász‘ starke Inspiration durch Literatur und Film, deren Werk im Mittelpunkt der Ausstellung steht, schaffen die drei Akte einen Dialog zwischen künstlerischen Genres und ganz unterschiedlich erzählten Lebensgeschichten.

Sonnenbadende, die Szász an der Peter-Paul Festung in Sankt Petersburg fotografierte, treffen auf Marinekadetten in Gluklyas Video, die zarte weiße Kleider vor sich tragend durch die Stadt marschieren. Verletzlich wirken auch die in New York lebenden russisch-jüdischen Veteranen auf Lilla Szász’ Fotografien. Das Gefühl der Verunsicherung weit weg von zu Hause verbindet sie mit Katarina Šoškić, die alle Orte ihrer temporären Aufenthalte in Wien dokumentierte. Komplizierte Beziehungen in unorthodoxen Familiensituationen entfalten sich in Paz Errázuriz’ Bildern von Transvestiten in chilenischen Bordellen und in Lilla Szász’ Fotoserie mit Budapester Prostituierten. In vertrauter Kommunikation zwischen Frauen verschiedener Generationen antwortet Maya Schweizers Großmutter in einem fragmentarischen Gedankenfluss, untersucht Ditte Lyngkaer Pedersen die ungeklärte Geschichte eines alten Bildes, und spielt Lilla Szász das Leben der verstorbenen Vorbesitzerin ihrer Wohnung mit vorgefundenen Versatzstücken nach.