Thomas Freiler − Frühe fotografische Untersuchungen

Ausstellung: 21. Juni − 17. November 2018

Thomas Freiler - 2.14.2, 1989. C-Print
Thomas Freiler - kein Titel, 1985, 71×50,5cm, C-Print
Thomas Freiler - aus der Serie: "Donau". 1988/ 2017. 16-teilig, 50,4×50,4cm, Inkjet Prints
Thomas Freiler - aus der Serie: kein Titel (Krebs), 1989/ 2017, 8-teilig, 48,3×32,9cm, Inkjet Prints
Thomas Freiler - aus der Serie: "Donau". 1988/ 2017. 16-teilig, 50,4×50,4cm, Inkjet Prints

FOTOHOF archiv
Sparkassenstraße 2, 5020 Salzburg
Öffnungszeiten nach Vereinbarung

In der Arbeit von Thomas Freiler verbindet sich der Gestus einer wissenschaftlichen Untersuchungen mit dem ästhetischen Anspruch eines Künstlers. Seine gesamte fotokünstlerische Karriere ist geprägt von dem Versuch, die Grenzen und Bedingungen der fotografischen Weltdarstellung auszuloten. Dieses Bemühen hat ihn so weit geführt, dass er nicht nur die Bedingungen der fotografischen Materialien und Apparate auf den Prüfstand stellt, sondern in letzter Zeit diese Apparate auch selbst hergestellt hat. Wie bei vielen anderen Künstlern, so liegt auch bei Thomas Freiler der Schlüssel zum besseren Verständnis seines Gesamtwerkes in seinen ersten und frühesten Arbeiten. Die aktuelle Ausstellung spürt genau diesem Aspekt im Werk von Thomas Freiler nach.

„Mein Einstieg in die Fotografie war Wirklichkeit als etwas konstruiertes darzustellen. Also Wirklichkeit, als eine Art Geschichte, die erzählt wird und die Fotografie als eben das Medium, das diese Geschichte jetzt erzählt.“ definiert Thomas Freiler selbst seine Arbeit in einem Interview mit Andreas Spiegl (In: Eikon, Heft 12/13, Wien 1995). In der Ausstellung des Fotohof archiv seine erste Arbeit zu sehen, eine ausgeschnittene Pappfigur mit einer Fotografie, die er, noch selbst in der Ausbildung stehend, gemacht hat. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der optischen Verzeichnung, die vom Blickwinkel des Fotografen abhängig ist.

Weitere Arbeiten aus dem Jahr 1989 beschäftigen sich mit der Frage nach der Illusion der Dreidimensionalität, die in der Fotografie durch Schatten erzeugt wird oder dem Erzeugen des Farbbildes, das ja auch nur auf der Mischung der 3 Grundfarben „Rot-Grün-Blau“ aufbaut. Alles diese Untersuchungen werden mit einfachsten geometrischen Formen und lediglich unter Verwendung dieser 3 Grundfarben dargestellt. An der Galeriewand ergeben diese „fotografischen Untersuchungen“ aber auch eine künstlerisch-ästhetische Form, die man als Betrachter auch der konkreten Fotografie zuordnen kann. Thomas Freiler selbst beschreibt seine Arbeit bewusst neutral: „Was in meinem Labor stattfindet ist der methodische Zweifel an dem worauf man sich in Bezug auf Fotografie verlässt, nämlich dass sie funktioniert. Was an der Wand des Ausstellungsraumes dann veröffentlicht wird, sind die entwickelten und fixierten Ergebnisse dieser kontrollierenden Experimente.“

Eine Sonderstellung nimmt die Arbeit „Donau“ aus dem Jahr 1988 ein. Hier legt er scheinbar eine erzählerische Arbeit (eben über den Fluss Verlauf der Donau) in Form von Einzelfotografien und als Leporello vor. Doch die Collagen der Flussansichten entpuppen sich bei der Betrachtung schnell als eine Arbeit, die sich Fragen der Bildwirkung ganz unterschiedlicher Materialien stellt, die nicht Teil der Wirklichkeit der Donau sind und die auch nicht an den vorgegebenen Orten entstanden sind. Diese Arbeit stellt im Fotohof archiv einen interessanten Bezug her, da das Archiv ja auch die im Stil einer künstlerischen Reportage gemachten Bilder der Donau von Inge Morath enthält.